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Qualifizierung zur Fachkraft für Kinderschutz in Kindertageseinrichtungen

Berufsbegleitende Qualifizierung mit Zertifikatsabschluss

Kinder haben das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Deshalb haben wir als pädagogische Fachkräfte die Pflicht, alles Notwendige dafür zu tun, dass Kinder frei von Gewalt groß werden. Kindertageseinrichtungen sind am besten dazu geeignet, kindeswohlgefährdende Situationen frühzeitig zu erkennen und – auf der Grundlage einer guten Zusammenarbeit im Team und mit den Eltern – Veränderungen zum Wohle der Kinder in den eigenen Reihen und bei den Eltern zu erwirken. Wir müssen nicht alles können, aber wir müssen wissen, wo wir Hilfe bekommen. Dafür ist es gut, eine*n Ansprechpartner*in in der eigenen Einrichtung auszubilden.

Ziel der Qualifizierung

Ziel der Qualifizierung ist es, den Fachkräften vielfältige Methoden und Fachkenntnisse an die Hand zu geben sowie mehr Sicherheit in Kinderschutzfragen zu bekommen. Sie sollen die Fähigkeit erlangen, ihre Kolleg*innen bei Anzeichen von Kindeswohlgefährdungen zu unterstützen und einen besonders geschulten Blick auf den präventiven Umgang im Kita- und Hortalltag entwickeln.

Zielgruppe

Die Qualifizierung richtet sich an pädagogische Fachkräfte, die in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (Kita und Hort) arbeiten und ihre Expertise im Bereich Kinderschutz erweitern und vertiefen wollen.

Arbeitsweise

Die Lehr-Lernprozesse werden handlungsorientiert, abwechslungsreich und praxisbezogen gestaltet, wobei Reflexionsprozessen eine besondere Bedeutung zukommt. Lernen wird dabei als Selbstaneignungsprozess verstanden, der durch eine anregende Lernumgebung, geeignete Lernmaterialien und kollegialen Austausch angeregt wird. In jedem Modul bekommen die Teilnehmer*innen Reflexions- und Praxisaufgaben, welche die eigene Weiterentwicklung und die des Teams befördern. Die Praxisaufgaben sind so konzipiert, dass eine Integration der Fortbildungsinhalte in den pädagogischen Alltag sowie eine Einbeziehung der Teams unterstützt wird. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Teilnehmer*innen eine Multiplikatoren-Funktion innerhalb ihrer Einrichtung einnehmen können. Es ist empfehlenswert, dass die Zusammenarbeit von der Kitaleitung im Tandem getragen wird. Die Leitung der Kita ist herzlich eingeladen, die Auftaktveranstaltung und die Verabschiedung zu begleiten.

Umfang

Die Qualifizierung ist in 5 Module à 2 Seminartage gegliedert und umfasst insgesamt 80 präsenzpflichtige Unterrichtseinheiten. Hinzu kommen die Eröffnungsveranstaltung, Selbstlerneinheiten und ein Abschlusstag.

Abschluss

Zwischen den fünf zweitägigen Modulen bearbeiten die Teilnehmer*innen der Qualifizierung gezielt Reflexions- und Praxisaufgaben, die am Ende der Qualifizierung in einem Praxisbericht (8 Seiten) zusammengefasst werden. Am Abschlusstag reflektieren die Teilnehmer*innen das in der Qualifizierung Gelernte in der Lerngruppe und erhalten nach erfolgreichem Abschluss das Zertifikat „Kinderschutzbeauftragte*r“.

1. Modul

EINORDNEN mit Jörg Maywald und Elke Nowotny

  • Geschichtlicher und rechtlicher Kontext, Bundeskinderschutzgesetz, Kinderrechte, UN-Kinderrechtskonvention
  • Haltung, Rolle und Auftrag der Kinderschutzbeauftragten, Auftrag der insoweit erfahrenen Fachkraft

2. Modul

VORBEUGEN mit Silke Klug

  • Emotionsbewusste Pädagogik, Kindeswohl
  • Sozialräume und Netzwerkarbeit
  • kindgerechtes Beschwerdemanagement
  • Kinderschutzkonzeption
  • Verhaltensampel (grün, gelb)

3. Modul

ERKENNEN mit Jörg Maywald

  • Formen und Ursachen von Kindeswohlgefährdung
  • Gefährdungen wahrnehmen und richtig interpretieren
  • Institutioneller Kinderschutz
  • Verhaltensampel (rot)

4. Modul

BEGLEITEN mit Elke Nowotny

  • Gesprächsführung
  • Einblicke in Fragetechniken
  • Methoden der Fallarbeit
  • Erarbeitung von Ressourcen

5. Modul

REFLEKTIEREN mit Gabriele Koch

  • Reflexion der gewonnenen Erfahrungen
  • Schlussfolgerungen für die Kitapraxis
  • Fallarbeit

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